Angeln in Forellenteichen

Forelle im Kescher

Wenn man an das Forellenangeln denkt, hat man reißende Bäche und Flüsse vor Augen, die sich durch eine Bergkluft oder eine Talsohle schlängeln. Dabei muss man nicht immer gleich in die Ferne reisen, um diesen Edelfisch an den Haken zu bekommen. In Deutschland gibt es zahlreiche künstlich angelegte Forellenseen, in denen sich reichlich dieser beliebten Angelfische tummeln. Gegen eine geringe Gebühr kann der Angler an solchen Seen seinem Hobby frönen. In Deutschland gibt es circa 200 Angelteiche dieser Art. Die meisten Forellenseen findet man im Postleitzahlenbereich von 2000-3000. Hier gibt es insgesamt 46 Seen, die das Forellenangeln anbieten.

Viele Angler haben sich auf das Angeln an diesen Seen spezialisiert, andere wiederum machen einen großen Bogen um solche Angelteiche, da sie der Ansicht sind, solche künstlichen Angelseen bieten nicht mehr Erlebnis, als das Fischen in einem Aquarium. Das ist aber eine reine Ansichtssache und natürlich nicht allgemeingültig.

Das Angeln am Forellensee bietet im Grunde nicht mehr und nicht weniger Abenteuer und Spaß, als das Fischen in der freien Natur. Es gibt keine Garantie, dass an solchen Seen mehr gefangen wird, als an einem Wildbach. Obgleich die Dichte des Fischbesatzes höher angesiedelt ist, haben auch hier die Fische ihre Beißlaunen.



Wer darf angeln und wer nicht? – Die Bestimmungen und Gesetze

Wer in Deutschland seine Würmer baden will, braucht einen gültigen Angelschein bzw. die absolvierte Angelfischereiprüfung. Das in Deutschland geltende Fischwaid-Gesetz besagt, dass der Angler eine Prüfung abgelegt haben muss, um somit zu garantieren, dass die Jagd nach dem Fisch auch Waidgerecht von statten geht. Dies dient dem Schutze der Natur und dem Lebewesen.

Viele Pächter solcher Seen legen Wert darauf, dass man den Angelschein vorzeigt, andere wiederum interessiert es nicht. Da es sich um ein Privatgewässer handelt, hat sich der Irrglauben breit gemacht, dass man hier „machen kann, was man will“. Die Voraussetzungen schwanken aber stark von Bundesland zu Bundesland und es gelten unterschiedliche Anforderungen, was den Besitz und die Pflicht eines Angelscheins betrifft. Die Fischereiprüfung muss jedoch jeder abgelegt haben, der Angeln möchte. Es ist ratsam, vor dem Angelbesuch mit dem Pächter Kontakt aufzunehmen, um diese Fragen zu klären.

Wie kommt die Forelle an den Haken? – Die verschiedenen Fangmethoden

Die Angeltaktiken an solchen Forellenseen unterscheiden sich um Grunde nicht von den Methoden, wie man sie in der freien Wildbahn anwendet. Vorab ist aber zu klären, ob der Pächter all diese Methoden auch erlaubt. So ist es in einiges Seen zum Beispiel verboten, mit künstlichen Ködern zu fischen. Der Einsatz von Drillingshaken kann ebenso gegen die Richtlinien des Pächters verstoßen. Die Forelle ist ein Allesfresser, zählt aber zu den Raubfischen. Das Tier ist zwar einer bewegungsarmen Brotflocke nicht unbedingt abgeneigt, doch lässt sich der Fisch meistens besser mit einem aktiven Köder überlisten. Am Forellensee sind Köder wie Maden, Mehlwürmer und Bienenmaden eine erfolgversprechende Wahl. Diese Köder bietet man mit einer Wasserkugel oder auch normalen Pose an.

Angeln mit Spirolino setzt sich durch

Seit einigen Jahren hat sich aber auch das Fischen mit dem so genannten Spirolino durchgesetzt. Dies ist eine Methode, die dem Spinnfischen sehr ähnelt. Der Spirolino ist ein Gewicht, das von der Form her an eine Pose erinnert. Er wird zwischen Hauptsehne und Vorfach angebracht. Das Vorfach ist hierbei meist 2-3 Meter lang, wobei am Haken eine Angelpaste so angebracht ist, dass sie sich beim Einholen dreht und windet. Die hierbei entstehenden Reize wirken auf den Raubfisch äußerst erfolgversprechend. Das Fragen und Erkunden beim Pächter und anderen Anglern am See, welche Methoden gerade die fängigsten sind, ist dennoch immer eine gute Idee.



Angelspaß für die ganze Familie – Ein Urlaubstag am Angelsee

Der Angelausflug an einen solchen See bietet nicht nur dem Angler Spaß, sondern auch der ganzen Familie. Viele Angelseen sind mit Tischen und Bänken an den Plätzen versehen. Mitunter findet man ebenso an einigen Seen kleine Unterstellhütten, die Schutz bei Unwetter bieten. Zudem gibt es auch oftmals einen Kiosk oder Imbiss, um den Proviant zu ergänzen. In diesen Kiosken findet der Angler zudem oftmals Köder und anderes Angelzubehör.

Angelanlagen, die aber zusätzlich so etwas wie einen Spielplatz oder eine Minigolfbahn anbieten, gibt es eher selten bis gar nicht. Das Angeln am Forellenteich ist aber auch eine gute Möglichkeit, dem Nachwuchs das Fischen beizubringen oder es dem Ehepartner schmackhaft zu machen. Nicht selten sieht man auch ganze Familien, die gespannt mit der Rute in der Hand am Ufer stehen.

Wie verhält man sich als Angler? – Gewisse Grundregeln

Jeder Pächter hat seine eigenen Regeln, wie man sich am Wasser zu verhalten hat. Die individuellen Angelmethoden, Fangbegrenzungen und der Verhaltenskodex sind immer einzuhalten. Ist man sich unsicher, sollte man den Pächter um Aufklärung vorab bitten. Meistens stehen die Regeln aber immer auf einem Flyer oder einer Tafel. Dennoch gibt es einige Grundregeln, die allgemeingültig sind.

  1. Verhalten sie sich angemessen und stören sie andere Angler nicht
  2. Beachten sie die individuellen Regeln des Pächters. (Methoden, Fangbegrenzung)
  3. Verunreinigen sie nicht den Angelplatz oder das Fischgewässer
  4. Werfen sie jeglichen Abfall in einen dafür vorhergesehenen Eimer
  5. Hinterlassen sie den Platz so, wie sie in selber gern vorfinden möchten
  6. Jeder Fisch muss waidgerecht getötet werden

Nicht selten passiert es, wenn man gewisse Regeln nicht einhält, dass der Pächter einen Platzverweis ausspricht.

Ausgeliehen oder mitbringen? – Die Angelausrüstung

Die Ausrüstung für einen Angelausflug an einen Forellensee sollte man selbst mitbringen. Es gibt nur sehr wenige Pächter, die den Verleih einer Angelausrüstung anbieten. Verfügt man über eine Ausrüstung nicht oder nur teilweise, sollte man sich in einem Fachgeschäft beraten lassen, was man für einen Forellensee braucht. Feines bis mittleres Angelgeschirr reicht aber meistens schon aus, um ein paar Salmoniden in den Kescher zu bekommen. Die Fische in solchen Seen sind im Durchschnitt selten größer als 5-7 Pfund. Einige Seen werben jedoch damit, dass sie überwiegend sehr große Forellen einsetzen. Hierbei sollte die Ausrüstung schon etwas stärker ausfallen, aber auch das ist individuell. Alle offenen Fragen zu den Regeln, Gewässer, Fisch und Bestimmungen sollte aber immer der Pächter beantworten können.


Mehr zum Thema

Beitragsbild: © robertcg – pixabay.de

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.