Mit Mehlwurm Forellen angeln

Mehlwürmer
Der Mehlwurm zählt zu den Top-Angelködern für Forelle und Co.
Bild: © Vasuta Thitayarak – 123rf.com

Als Naturköder zum Angeln steht der Mehlwurm anderen Ködern wie Bienenmaden in nichts nach. Mehlwürmer sind sehr fängig. Forellen lieben die eiweißreichen Maden ebenso wie Saiblinge, und alle Weißfischarten wie z.B. Rotfedern, Brassen und Karpfen.

Der Mehlwurm bietet gegenüber anderen Naturködern einen entscheidenden Vorteil, denn er ist sehr zäh. Am Angelhaken bleibt er über einen längeren Zeitraum attraktiv und fällt nicht in sich zusammen. Einige kräftige Würfe übersteht er, ohne nennenswerten Schaden zu nehmen.

Die kleinen Krabbler sind nicht nur hervorragende Angelköder, sondern dienen auch als proteinreiches Futter für Tiere, die in Terrarien und Käfigen gehalten werden. Immer mehr werden Mehlwürmer auch für den menschlichen Verzehr gezüchtet. Diese Nutzung ist in den Niederlanden, Belgien und auch in der Schweiz schon recht verbreitet.

Beschreibung

Der Mehlwurm hat das Aussehen eines Wurms, ist im eigentlichen Sinne aber keiner. Bei ihm handelt es sich um die Larve des kleinen Mehlkäfers (Tenebrio molitor).

Der bevorzugte, natürliche Lebensraum des Mehlkäfers und seiner Larven sind Scheunen und Lagerhallen für Mehl und Getreide. Um welche Getreidesorten es sich dabei handelt, spielt keine Rolle: Mehlwürmer lassen sich in Roggen-, Weizen- oder Maismehl finden. Das Insekt und sein Nachwuchs leben jedoch auch in verrottetem Holz, in Vogelnestern, altem Laub und in anderen organischen Materialien.

Die Larve schlüpft aus Eiern und hat ein recht langes Larvenstadium. Anfänglich sind die Larven gerade mal zwei Millimeter lang. Die weißliche Färbung verändert sich bald in Richtung Goldbraun. Der Mehlwurm häutet sich mehrere Male, ist dann wieder heller und dunkelt nach Aushärtung des Chitinpanzers erneut nach. Der Körper ist segmentiert und hat im vorderen Bereich drei winzige Beinpaare. Ausgewachsene Larven haben bräunliche oder gelbliche Ringe und sind bis zu 40 Millimetern lang.

Mehlwürmer als Angelköder sind immer noch ein Geheimtipp und längst nicht so verbreitet wie Mist- und Tauwürmer, Fliegenmaden und Bienenmaden.

Beschaffung

Mehlwürmer sind problemlos ganzjährig zu beschaffen und vergleichsweise günstig. Man erhält ausgewachsene Exemplare heutzutage nahezu in jedem Angel- oder Zoofachgeschäft. Im Zoofachgeschäft sind die Tiere mitunter noch günstiger als im Angelladen, eben weil sie dort als Tierfutter für Vögel und Reptilien angeboten werden. Im Internet sind lebende Mehlwürmer auch online erhältlich*.

Die Larven können Sie im Übrigen auch selbst züchten. Im Internet findet man zahlreiche Anleitungen und Videos dafür.

In Fachgeschäften werden neben lebendigen Mehlwürmern auch getrocknete angeboten. In getrocknetem Zustand sind die Larven besonders lange haltbar. In England werden von manchen Anglern auch gemahlene Mehlwürmer als eiweißreicher Zusatz für das Grundfutter von Friedfischen verwendet.

Aufbewahrung

Mehlwürmer gibt es jederzeit zu kaufen und sie lassen sich problemlos und über einen langen Zeitraum lebendig halten. Die Larven des Mehlkäfers sind längst nicht so temperaturempfindlich wie beispielsweise Bienenmaden. Mehlwürmer bevorzugen kühle Temperaturen. Frost vertragen sie jedoch nicht, aber man kann sie durchaus im Kühlschrank aufbewahren. Ein kühler Raum oder ein Keller, mit Temperaturen zwischen 6 und 12 Grad, sind ebenfalls geeignete Aufbewahrungsorte.

Für eine lange Lebensdauer können die Larven mit Haferflocken oder einem Gemisch aus Holzspänen und Weizenkleie gefüttert werden. So wird die Köderbox auch gleichzeitig trocken gehalten. Eierkartons eignen sich ebenfalls als Unterlage, um die Mehlwürmer schön trocken zu halten. Die zusätzliche Fütterung von einem Stück Apfel, Mohrrübe oder anderem Obst und Gemüse ist ebenfalls eine lebensverlängernde Maßnahme. Unter diesen Bedingungen leben die Larven einige Monate. Die Köderbox sollte aber regelmäßig gereinigt werden, da sich die Larven immer wieder häuten, Exkremente ausscheiden und einige von ihnen auch absterben.

Nach Ablauf eines Monats etwa beginnen sich die ersten Larven zu verpuppen. Auch dann geben sie noch einen guten Köder ab. Wenn jedoch die ersten jungen Käfer schlüpfen, ist es Zeit für eine Erneuerung des Köderdepots, denn die Käfer selbst sind als Köder ungeeignet. Beim Angeln selbst brauchen die Mehlwürmer – anders als andere Naturköder wie etwa Bienenmaden – keine Kühlung. Ein Platz im Schatten genügt dann vollkommen.

Anköderung

Beködert wird der Mehlwurm an einem Einzelhacken N 12 bis 16*. Man sollte dünndrahtige Hacken verwenden, damit die Köder nicht auslaufen.

Eine gängige Methode ist die Anköderung im Schwanzbereich, wobei der Haken in der Körpermitte wieder austritt. Der Mehlwurm wird sich dann noch eine ganze Weile unter Wasser bewegen und die Fische auf diese Weise reizen und anlocken.

Der Köder kann auch komplett L-förmig der Länge nach auf den Haken aufgezogen werden, so wie es etwa bei Bienenmaden üblich ist. Dann ist der Mehlwurm zwar nicht mehr beweglich, aber es werden Fehlbisse vermieden.

Wenn die Mehlwürmer mit anderen Ködern kombiniert werden, werden sie zu einem fängigen Schleppköder. Dafür eignet sich vor allem Forellenteig, aber auch Dosenmais oder Bienenmaden bieten sich an.

Es können auch zwei bis drei Mehlwürmer gleichzeitig auf den Haken aufgezogen werden. Damit wird ein optimaler Bewegungsreiz geschaffen, dem ein Fisch kaum widerstehen kann.

Angelplätze und Angeltechnik

Mehlwürmer sind Köder der allerersten Wahl für Forellen und Saiblinge. Besonders dann, wenn die Fische andere Köder wie Tauwürmer oder Bienenmaden verweigern.

Die Mehlwürmer werden am Forellenteich oder See hinterm Sbirolino oder aktiv mit Pose geschleppt. Fürs Grundangeln mit auftreibendem Köder eignen sich Mehlwürmer ebenfalls ausgezeichnet. Besonders dann, wenn sie mit anderen Ködern kombiniert werden, schnappen die Forellen dann besonders gierig danach.

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