Naturköder für Forelle: Stuben- und Schmeissfliege

Stubenfliege
Stubenfliege (Musca domestica).
Bild: © VISHNU_KV – pixabay.de

Fliegen sind für Forellen und andere Süßwasserfische ganz besondere Leckerbissen. Es gibt hunderte Fliegenarten. Viele davon lassen sich freilich als Köder verwenden, aber die Stuben-, Fleisch- und Goldfliegen sind letztlich schon aufgrund ihrer Größe am besten geeignet. Diese ausgezeichneten Naturköder zum Angeln von Forellen & Co. sollen im Folgenden etwas genauer betrachtet werden.

Stubenfliege (Musca domestica)

Die auch als Hausfliege bekannte Stubenfliege kennen wohl alle. Die Gemeine Stubenfliege wird zu Unterscheidung von der verwandten Kleinen Stubenfliege auch Große Stubenfliege genannt. Nahezu jeder von uns hat sich gewiss schon einmal über einen solchen fetten Brummer geärgert.

Die Stubenfliegen leben fast auf der ganzen Welt, wo auch Menschen leben. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Mensch diesen Insekten ein großes Nahrungsangebot bietet. 

Eine ausgewachsene Gemeine Stubenfliege ist zwischen 6 und 8 Millimetern groß. Ihr Körper ist dunkelgrau und sie hat vier Längsstreifen auf der Brust. Auffällig ist ihr saugendes Mundwerkzeug. Die Rumpfunterseite und die Beine sind schwarz. Der Körper ist zudem behaart. Ein hervorstechendes Merkmal sind die rötlichen Facettenaugen.

Goldfliege (Lucilia sericata)

Goldfliege
Goldfliege (Lucilia sericata).
Bild: © alobenda – pixabay.de

Die grünlich schimmernde Goldfliege gehört zur Familie der Schmeißfliegen (Calliphridae) und sie ist für Mensch und Tier nicht weniger lästig als die Stubenfliege. Sie ist ebenfalls fast weltweit verbreitet. Mit 6 bis 11 Millimetern wird sie sogar noch etwas größer als die Stubenfliege. Ihr Körper glänzt metallisch. Neben der Lucilia sericata ist auch ihre enge Verwandte Lucilia caesar in Europa und anderswo weit verbreitet. Wirklich unterscheiden können beide Unterarten nur Fachleute.

Auch die Goldfliege lebt bevorzugt in der Nähe des Menschen. Als Lebensraum liebt sie faulige Fleisch- und Pflanzenreste und Exkremente. Allerdings saugt sie auch den Nektar aus Blumen und Blüten. Ihre aktive Zeit im Jahr beginnt im Frühsommer und endet im Herbst.

Die Larven von Goldfliegen bietet auch der Handel für Aquaristik und Terraristik unter der Handelsbezeichnung Pinky Maden*, da diese stark rosa gefärbt sind. Die Pinkies sind als Futtermittel für gezüchtete Insekten geeignet, aber auch als Lebendköder für Friedfische.

Blaue Fleischfliege (Calliphora vomitoria und Calliphora vicina)

Blaue Schmeissfliege
Blaue Schmeissfliege (Calliphora vomitoria).
Bild: © Cherdchai Chaivimol – 123rf.com

Die Blaue Fleischfliege trägt im Englischen den Namen Bluebottle Fly. Sie ist ebenfalls in den meisten Gebieten der Welt verbreitet und gehört, wie der lateinische Name schon sagt, zur Familie der Schmeißfliegen. Ausgewachsene Fleischfliegen erreichen stattliche Größen zwischen 11 und 14 Millimetern.

Der ausgesprochen kompakte Körper der Fleischfliege ist oftmals metallisch blau gefärbt. Ihr Mundwerkzeug ist ein sogenannter Leckrüssel. Ihr Körper und ihre Beine sind mit schwarzen Borstenhaaren bedeckt. Das Insekt hat ebenfalls rote Facettenaugen. Die Brust ist hellviolett gefärbt und zum Schutz vor anderen Insekten mit Stacheln bedeckt.

Fleischfliegen sind Aas- und Kotfresser. Man findet die dicken Fliegen daher auf den Kadavern toter Tiere. Die Insekten ernähren sich aber auch vom Nektar mancher Blumen mit besonderen, für den Menschen unangenehmen Duftstoffen. Sie bestäuben die Blüten auf diese Weise auch.

Beschaffung von Fliegenködern

Ein guter Zeitpunkt, Fliegen zu fangen, ist der Spätsommer und vor allem der Herbst. Dann versammeln sich die lästigen Fliegen bei zunehmender Kälte vor allem im ländlichen Gebiet in den Häusern. Sich einen Vorrat an ausreichenden Ködern zuzulegen ist dennoch zeitraubend, zumal wenn man die Fliegen einzeln einfangen will, ohne sie zu töten.

Sehr viel praktischer ist es, die Fliegen zu Köderzwecken selbst zu züchten. Die Maden hierfür kann man günstig in Angelfachgeschäften erwerben. Dann warten Sie einfach ab, bis die Fliegen schlüpfen. Das sollte allerdings in einem belüfteten Behälter geschehen. Spezielle Schachtel mit Gitterverschluss und optimaler Belüftung gibt es ebenfalls im Zoohandel oder Anglerbedarf.

Natürlich können Sie auch improvisieren. Dafür legen Sie die Dosen mit den Maden einfach in einen Plastikeimer. Damit die Fliegen nicht entkommen, wird der Eimer mit einer Damenstrumpfhose abgeschlossen. Die Beine der Strumpfhose werden hierfür ungefähr in der Mitte abgeschnitten und einzeln fest verknotet. Durch die Beine können die Fliegen später beim Angeln einzeln entnommen werden. Der Standort für die Fliegenbrutstätte sollte schön warm sein. Dann verpuppen sich die Maden ganz schnell und die Fliegen schlüpfen schon nach wenigen Tagen aus ihrem Kokon.

Anköderung

Anköderung der Fliegen
Anköderung der Fliegen.
Bild: © Forelle.net

Um Fliegen zu beködern, benötigen Sie dünndrahtige Einzelhaken der Größen N14 bis N 16. Durch einen besonders dünnen Draht werden die Fliegen nicht so stark beschädigt. Bei kleineren Exemplaren an Fliegen können getrost auch zwei auf einen Haken gezogen werden.

Mit Fliegen kann besonders gut in niedrigem und warmen Wasser geangelt werden. Sie eignen sich sehr gut zum Tippfischen. Die perfekten Köder sind Fliegen unmittelbar vor einem aufziehenden Gewitter, da sie sich dann auch ganz natürlich an der Wasseroberfläche tummeln.

Die Fliegenmaden selbst sind ebenfalls ausgezeichnete Forellenköder. Sie können einzeln oder zu mehreren auf den Haken gezogen werden.

Im Fachhandel gibt es auch eine große Auswahl an künstlichen Imitaten sowohl von Fliegen als auch von Fliegenmaden in verschiedenen Größen und Farben.

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