Grillen als Köder für Forelle und Co.

Feldgrille
Die Feldgrille ist als gefährdet eingestuft. Bild: © maritsch28 – pixabay.de

Grillen sind vor allem im frühen Sommer an Bächen und Seen hervorragende Köder für Forellen und andere Friedfische. Es gibt auf der ganzen Welt mehr als 100 Arten der sogenannten Echten Grillen. Zu ihnen zählen die auch die hierzulande verbreiteten Heimchen und die Feldgrillen.

Das Heimchen (Acheta domesticus), auch Hausgrille genannt, und die Feldgrille (Gryllus campestris) sind besonders geeignete Köder, um gezielt größere Fische und Forellen zu fangen. Allerdings wurde die Feldgrille in die Rote Liste für bedrohte Tierarten aufgenommen. Als Köder zum Angeln ist die Feldgrille also tabu. Das Heimchen hingegen ist in Deutschland und Mitteleuropa nicht vom Aussterben bedroht und weit verbreitet. Damit ist dieses Insekt als Köder für Forelle und Co. bestens geeignet.

Das Heimchen (Acheta domesticus)

Heimchen
Heimchen. Bild: © Hans – pixabay.de

Acheta bedeutet „Sänger“ und domesticus „häuslich“. Und tatsächlich erfreut uns das Heimchen vor allem an lauen Sommerabenden mit seinem zirpenden Gesang. Das Heimchen ist etwas kleiner und auch schlanker als die bedrohte Feldgrille. Das auch als Hausgrille bekannte Insekt gehört zur Familie der Echten Grillen (Gryllidae). Das Tier erreicht eine Körperlänge zwischen 15 und 20 Millimetern. Der Körper ist strohgelb bis gelbbraun. Der Halsschild und der Kopf sind dagegen dunkelbraun bis schwarz gezeichnet. Auch die langen Fühler am Kopf sind dunkel- bis schwarzbraun.

Als Allesfresser ernähren sich Heimchen sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Kost. Sie bevorzugen jedoch tierische Kost aus Abfälle und Lebensmitteln sowie Aas, denn bei dieser Ernährungsweise ist die Fortpflanzung der Heimchen deutlich erfolgreicher.

Beschaffung der Köder

Hausgrillen wie das Heimchen waren ursprünglich im Norden Afrikas und im mittleren Orient beheimatet. Zum Wachsen und gedeihen benötigen die Insekten ein warmes und möglichst feuchtes Klima. Deswegen findet man sie hierzulande auch an ganz speziellen Plätzen. Bevorzugte Orte sind Gewächshäuser, Keller, U-Bahnschächte oder auch Bäckereibetriebe. Heimchen leben überall dort, wo durch das Zersetzen organischer Substanzen außergewöhnlich viel Wärme und Feuchtigkeit erzeugt wird. Komposthaufen und Kompostlager zählen daher ebenfalls zu ihren Lieblingsplätzen, weil hier ganzjährig hohe Temperaturen herrschen.

Das Fangen der Heimchen ist aufgrund ihrer nachtaktiven Lebensweise nicht ganz einfach. Selbst wenn es einem gelingt sich in der Dämmerung anzuschleichen und das Insekt mit der Hand zu fangen, wird man kaum genug Köder zusammen bekommen. Grillen reagieren auf feinste Schwingungen, Schatten und Geräusche und sind sehr schnell davon gehüpft. Lebende Heimchen sind jedoch im Terraristik- und Zoohandel erhältlich. Das liegt vor allem daran, dass die Tiere auch ein Lebendfutter für Reptilien und Vögel sind.

Auch über den Online-Handel werden Heimchen kostengünstig angeboten*, denn sie können problemlos versendet werden. Hat man die Insekten gekauft, sind sie zu Hause leicht zu halten. Sie sind robust, anspruchslos und pflegeleicht.

Natürlich können Sie Heimchen auch selbst züchten. Als Futter genügen Haferflocken, Salatblätter und Mohrrüben. Genügend Wärme und ein feuchtes Raumklima begünstigen die Fortpflanzung ebenfalls. Die Larven entwickeln sich in allen Stadien schnell. Anleitungen für die Zucht von Heimchen sind im Internet zu finden. Auch bei youtube findet man einige hilfreiche Videos zu dem Thema.

Anköderung

Je nach Größe der Heimchen empfehlen sich für die Anköderung Einzelhaken der Größen 10 bis 14*. Für das Tippfischen wird die Grille entweder über den Flügelansatz oder den hinteren Teil des Körpers auf den Haken gezogen. Dafür sind besonders dünndrahtige Haken geeignet, um das Heimchen möglichst wenig zu verletzen und es lebendig zu halten.

Anköderung einer Hausgrille
So angeködert bleibt die Grille lange am Leben.
Bild: © Forelle.net

Zum Angeln in der Tiefe wird die Grille hingegen der gesamten Länge nach auf einen Haken gefädelt. So bleibt der Köder stabil und kann lange abtreiben. Hierfür wird der Haken im Bereich des Nackens eingeführt und am Hinterleib wieder ausgeführt. Dort weist der Haken nach oben.

Manche Angler empfehlen zudem, den Grillen die Flügel und Beine zu entfernen. Das verbliebene, larvenartige Insekt soll angeblich noch fängiger sein als das vollständige.

Angeltechnik mit Grillen

Grillen werden meist als Oberflächenköder in Seen, Bächen und Teichen genutzt. Als Köder sind sie ideal für das Tippangeln an schattigen und dicht bewachsenen Ufern, wo Buschwerk und Äste über der Oberfläche des Wassers hängen. Hier stehen Forellen meist dicht unter der Wasseroberfläche. Als Angler in einer solchen Situation wird man in der Regel recht schnell mit einem Biss belohnt.

Beim Fischen mit einer Wasserkugel lässt man den Köder ein wenig treiben. Beim Angeln mit Match- oder Feederrute kann der Köder ein wenig beschwert werden, um ihn weiter aufs Wasser zu bringen.

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