Käfer und Käferlarven: Naturköder zum Fischen von Forellen

Maikaefer
Maikäfer. Bild: © Gerlock – pixabay.de

Käfer und Käferlarven sind für viele Arten heimischer Süßwasserfische ideale Köder. Auf solche Leckerbissen beißen Fische wie Forellen besonders gern. Von April bis Juni schwärmen die frisch geschlüpften Käfer in Gärten, Parks und Wäldern aus. Besonders in der Dämmerung und in wärmeren Abenden und Nächten sieht man nicht selten ganze Schwärme von ihnen vor allem in der Nähe von Hecken und Gebüschen.

Wenn Käfer in größeren Schwärmen unterwegs sind, können einzelne Exemplare bis in den August hinein recht leicht eingefangen und als Köder fürs Angeln von Fischen verwendet werden.

In Europa und Deutschland gibt es viele Hunderte von Käferarten. Die bekanntesten und als Köder geeigneten sollen hier kurz vorgestellt werden. Alle hier beschriebenen Käfer stehen als Schädlinge nicht unter Naturschutz.

Der Maikäfer

Die Maikäfer gehören zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Sie erreichen die beeindruckende Größe von 25 bis 30 Millimetern. In Mitteleuropa gibt es insgesamt drei Arten. In Deutschland sind nur zwei Arten bekannt. Das ist zum einen der Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) und zum anderen der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha), der noch seltener vorkommt. In den 1970er Jahren beklagte Reinhard Mey in einem bekannten Lied, dass es keine Maikäfer mehr gibt. Tatsächlich waren die Maikäfer durch den exzessiven Einsatz von Pestiziden beinahe ausgerottet. Inzwischen wurden bestimmte Insektizide verboten und das Aussterben der Maikäfer konnte gestoppt werden.

Die Entwicklung des Maikäfer erfolgt zyklisch über mehrere Jahre hinweg. Deshalb sind in manchen Sommern kaum Maikäfer anzutreffen, in anderen wiederum kommt es zu regelrechten Massenaufkommen. Regional unterschiedlich kann man alle vier bis sieben Jahre von einem Maikäferjahr sprechen. Im Rhythmus von 30 bis 40 Jahre kommt es sogar zu Maikäferepedemien, deren Gründe bis heute nicht genau geklärt sind.

Die Maikäferzeit ist – wie der Name des Käfers schon sagt – der Monat Mai und der Juni. Die Hauptnahrung ist das junge Laub von Bäumen und Büschen. Bevorzugt lebt der Maikäfer vor allem dort, wo zahlreiche Kastanien und Eichenbäume wachsen.

Beschaffung

In einem Maikäferjahr können die Käfer von jungen Bäumen geschüttelt werden. Bei kräftigen und größeren Bäumen kann man die Käfer auch mittels eines dicken Astes aus dem Astwerk schlagen. In der Regel landen die Insekten auf dem Rücken und können so recht gut eingesammelt werden.

In den kühlen Morgenstunden sind die Käfer noch besonders behäbig und fliegen nicht so leicht davon. Auch in den Abendstunden können die Maikäfer recht gut eingesammelt werden. Sie fühlen sich von Lichtquellen wie Straßenlaternen angezogen und fallen nach dem Anflug der Lampe oftmals hilflos herunter.

Gerippter Brachkäfer

Gerippter Brachkäfer
Gerippter Brachkäfer. Bild: © Hans – pixabay.de

Der Gerippte Brachkäfer (Amphimallon solstitiale) ist den meisten von uns unter dem Namen Junikäfer bekannt. Er gehört ebenfalls zu Familie der Blatthornkäfer. Er ist dem Maikäfer recht ähnlich, bloß etwas kleiner, seine Größe beträgt 14 bis 18 Millimeter. Deswegen werden gerippte Brachkäfer oftmals fälschlicher Weise für junge Maikäfer gehalten. Sie sind wie der Maikäfer gelbbraun oder braun und am Körper und Kopf mit Haaren und Borsten bedeckt. Auf den zwei Deckflügeln haben sie jeweils drei erhabene, deutlich erkennbare Rippen.

Beschaffung

Der Lebensräume des Gerippten Brachkäfers sind ebenfalls Gärten, Parks, verwilderte Flächen, Wälder und Waldränder. Im Gegensatz zum Maikäfer findet man den Gerippten Brachkäfer aber auch im Brachland. Der Käfer frisst Blätter und Blüten von Bäumen und Sträuchern. Das nachtaktive Insekt ist vor allem in der Dämmerung unterwegs. Zum Fangen der Käfer, die im Juni oft in Schwärmen vorkommen, eignet sich ein feinmaschiger Kescher*.

Der Gartenlaubkäfer

Gartenlaubkäfer
Gartenlaubkäfer. Bild: © Stefan Keller – pixabay.de

Die Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticolo) gehören ebenfalls zur Familie der Blatthornkäfer. Auch sie werden mitunter als Junikäfer bezeichnet. Der Gartenlaubkäfer ist mit einer Größe von 8 bis 11 Millimetern deutlich kleiner als der Gerippte Brachkäfer. Zudem ist er wesentlich flacher als seine zuvor beschriebenen Verwandten. Halsschild und Kopf diese Art sind schwarz-grünlich und metallisch glänzend gefärbt. Die Deckflügel sind von gelbrauner oder rotbrauner Farbe. Auf ihnen sind sechs gepunktete Streifen erkennbar. Der Körper dieses Käfers ist dicht behaart.

Beschaffung

Der Gartenlaubkäfer ist am Tage aktiv. Auf der Suche nach Nahrung trifft man ihn zwischen Ende Mai und Juni auf Feldern und Wiesen, in Gärten, Wäldern und Hecken an. Die weit verbreitete Käferart lebt sowohl im Flachland als auch im Gebirge. Der Gartenlaubkäfer ernährt sich überwiegend von jungem Birken-, Hasel- und Eichenlaub, aber auch von Obst- und Rosenblüten. Es gibt spezielle Fallen für Gartenlaubkäfer*. Mit Hilfe diese Fallen kann man sich ohne große Mühe einen guten Vorrat an Ködern beschaffen.

Käferlarven

Maikaefer-Larven
Engerlinge – Larven des Maikaefers. Bild: © benmenting – pixabay.de

Die Larven aller drei genannten Käferarten sind 30 bis 50 Millimeter groß und können vom Laien kaum unterschieden werden. Gerade zu Beginn der Angelsaison im Frühjahr und Frühsommer geben sie hervorragende Naturköder ab.

Die sogenannten Engerlinge findet man bei der Gartenarbeit, vor allem beim Umgraben von Beeten oder beim Umstechen von Komposthaufen. Die Engerlinge einzusammeln ist schon deshalb empfehlenswert, weil sie in Beeten Schaden an den Wurzeln der Pflanzen anrichten können. Auch auf Rasenflächen treiben die Käferlarven mitunter ihr Unwesen. Braune und kahle Stellen auf Rasenflächen sowie lose Grasnarben können ein deutliches Indiz für eine gehäufte Ansammlung von Käferlarven sein. Die Larven müssen einfach nur per Hand oder mittels einer Schaufel eingesammelt werden.

Anköderung des Maiskäfers
Bild: © Forelle.net

Aufbewahrung und Anköderung

In einer Schachtel mit frischem Laub als Futter (Kastanie, Eiche, Birke) können Käfer drei bis fünf Wochen bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad überleben.

Die Käferlarven müssen für die Anköderung der Länge nach auf den Haken aufgezogen werden. Je nach Länge der Larve benötigt man dafür Haken der Größe N 8 bis 12. Das Aufziehen muss vorsichtig erfolgen, damit sich die Larven nicht leeren. Hohle Larven sind für Fische nicht attraktiv.

Für Käfer werden besser Haken der Größenordnung N 10 bis 12 benutzt. Die Spitze des Hakens wird dafür unter den Kopf des Insektes eingeführt und im Körper möglichst mittig platziert wird. Sollte die Hakenspitze etwas herausragen, ist das nicht weiter problematisch. Die Vielzahl der Käferbeine sorgt dafür, das die Spitze nicht weiter auffällt.

Angeltechnik mit Käfern

Käfer sind für Bachforellen und andere Forellenarten eine Delikatesse. Im natürlichen Lebensraum fallen Käfer von Bäumen und Sträuchern geräuschvoll in Seen und Bäche und die Fische stürzen sich arglos darauf. Der Angler kann diesen Vorgang entweder imitieren, indem er den Köder mit gestrecktem Vorfach und leichtem Aufschlag auf der Wasseroberfläche präsentiert. Oder man kann den Köder einfach ohne Beschwerung auf der Wasseroberfläche mit der Strömung treiben lassen.

Die besten Angelplätze für das Angeln mit Käfern sind üppig bewachsene Ufer. Die Morgen- und Abendstunden sind die besten Angelzeiten, da die Fische an heißen Tagen nicht auf Käfer anbeißen. Alternativ kann dann ein Heuschreckenköder zum Angelerfolg führen.

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