Forellenzucht in Deutschland

Forellen im Teich
Forellen im Teich. Bild: © Photoman - pixabay.de

In der deutschen Binnenfischerei spielt die Forellenzucht beziehungsweise -produktion eine bedeutende Rolle und hat mit dem Angeln aus der Vergangenheit nichts mehr gemein.

Rund 25.000 Tonnen, das sind etwa 40 Prozent des deutschen Fischaufkommens, stammen aus der Forellenzucht. Zirka 70 Prozent der in Deutschland produzierten Forellen kommen aus den bayrischen Landen. Kennzeichnend für Deutschland sind weißfleischige Portionsforellen, während rotfleischige, mit Carotinoiden gefütterte Portions- oder Lachsforellen vorwiegend aus skandinavischen oder südeuropäischen Ländern stammen.



Wasserqualität bei der Forellenzucht

Forellenzucht wird hauptsächlich im Forellenteich betrieben, sie ist ein Teil der Landwirtschaft.
Die Zucht erfolgt üblicherweise in Erdteichen. So genannte Handtuchteiche sind drei- bis fünfmal länger als breit. Fließkanäle zur Forellenzucht kommen in größeren Betrieben zur Verwendung. Häufig sind diese Kanäle über 100 Meter lang, einige Meter breit und besitzen eine Tiefe von unter einem Meter. Durch die hohe Fließgeschwindigkeit – zirka 30 Zentimeter pro Sekunde – sind sie nahezu selbstreinigend.

Für eine erfolgreiche Forellenzucht in einem Forellenteich sind einige bestimmte Bedingungen notwendig, dazu gehören genügend reines, sauerstoffreiches, fließendes Wasser, Untiefen zum Laichen und tiefere Abschnitte zum Verstecken und Überwintern, Nahrung in Hülle und Fülle und eine Vielfalt von Schatten und Schutz vor grellem Sonnenlicht. Weitere Notwendigkeiten sind ein funktionierender Zufluss und ein Überlauf mit beweglichen Regeltoren.

Quellwasser im niedrigen Temperaturbereich ist für Forellen am günstigsten. Die Wasser-Temperatur sollte zwischen 8° und 18° Celsius liegen, je nach Forellen-Art kann die Obergrenze auch zwischen 20° und 28° Celsius liegen. In warmen, stillen Gewässer werden sie zahm und matt, verkümmern im Wachstum, auch wird davon der Geschmack des Fleisches negativ beeinflusst.

Forellenfutter

Die moderne und professionelle Fütterung bei der Forellenzucht ist mit dem Wurm beim Angeln natürlich nicht vergleichbar. Bei Forellen erfolgt sie im Regelfall mit Alleinfutter das dem Bedarf der Tiere optimal angepasst werden muss.

Für das Wachstum äußerst wichtig ist das Futtereiweiß. Dieses wird im Darm der Tiere zu Aminosäure abgebaut und zu körpereigenem Eiweiß wieder aufgebaut. Brut- und Mastfutter enthalten zwischen 45 und 60 Prozent Eiweiß. Auch wenn zur Deckung der Nachfrage eine professionelle Zucht und Haltung von Fischen unumgänglich ist wird sich der ein oder andere Freizeitfischer das Angeln von Forellen nicht nehmen lassen.

Industrielle Forellenzucht

In der industriellen Forellenzucht wird viel an der Genetik der Fische geschraubt. Denn dies kann die Wachstumsrate beeinflussen und enorm beschleunigen. Dies ist aber auch notwendig, solange man die Nachfrage bedienen möchte. Denn auch der Bedarf an den schmackhaften Fischen wächst immer weiter.

Neben der Genetik wird aber auch durch durch gezielte Zuchtmethoden, verbesserte Anlagentechniken und gute Kenntnisse über die Tiere viel an der Ergiebigkeit von Forellenzuchtanlagen verbessert. So entwickelt sich die Forelle in Fischzuchten auch schneller und besser, denn der Züchter kann durch gezielte Fütterung mit industriell gefertigtem Mischfutter auf das Wachstum und die Gesundheit der Tiere Einfluss nehmen, auch durch Selektion, sodass nur die besten großgezogen werden und Kümmerlinge aussortiert werden. Ob man das nun befürwortet oder nicht…. eines ist sicher: Die Entwicklung wird in diese Richtung weitergehen.

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